Cool Aussehen.
Mode und Jugendkulturen

Im November 2012 erschien ein von Diana Weis in Kooperation mit dem Berliner Archiv für Jugendkulturen herausgegebenes Buch mit dem Titel Cool Aussehen. Mode und Jugendkulturen. Ich habe Kapitel 18 mit dem Titel DIE SKINNY-JEANS ALS UNIFORM DES MAGEREN. Genese eines Mythos dazu beigetragen und wurde von den Herausgeber*innen dazu befragt:

Mahret, warum hast du dir genau dieses Thema ausgesucht?

__MK__Der Text entstand aus dem Wunsch der Herausgeberin Diana Weis heraus, einige Überlegungen, die ich in einem anderen Kontext über das Phänomen Skinny-Jeans geäußert hatte, stärker vor dem Hintergrund der subkulturellen Geschichte zu beleuchten.

Welchem Modestil hast du selbst in deiner Jugend gefrönt und warum?

__MK__Ich war eine Betty. So nannte man bei uns jedenfalls skatende Mädchen oder auch jene, die es versuchten, so wie ich. Ich trug Baggyjeans, enge T-Shirts, Kapuzenpullis und fette Skateschuhe. Dabei ordnete ich mich eher in der Hardcore/Alternative Ecke ein, wo ich über den Grunge hingekommen war. Also eher Skatepunk statt HipHop. Zu letzterem kam ich dann eher über meinen ersten Freund, der Skater und Sprüher war. Ich habe keine Ahnung warum. Vielleicht hatte es auch damit zu tun, dass ich mehr oder weniger das einzige Mädchen an meiner Schule war, die ein Skateboard besaß und das irgendwie cool fand. Viele Jungs gab es auch nicht. Ich konnte mich also so voll und ganz abgrenzen und dann mit Skatern von anderen Schulen auf irgendwelchen Skateplätzen abhängen. Im Raum Frankfurt gab es davon ja genug. Das war zu einer Zeit, Mitte er 90er, als Techno in der Mainmetropole ganz groß war. Aber die Leute waren uncool. Kiffen auf der Halfpipe war irgendwie besser. Mein Stil war letztlich wohl eine Mischung aus Skatepunk, Girly und Grunge.

Was machst du sonst noch außer Buchbeiträge zu schreiben?

__MK__Ich bin Dozentin für Modetheorie an der AMD in Berlin und promoviere an der HfG Karlsruhe im Fach Kunstwissenschaft/Medientheorie zum Thema “Strategien der Sichtbarkeitsmachung von Weiblichkeitsbildern in Modeblogs” und bin derzeit noch als Gastkuratorin für zeitgenössische Mode am Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt/Main tätig.

Mein Beitrag als pdf: DIE SKINNY-JEANS ALS UNIFORM DES MAGEREN