Ausstellung: Draußen im Dunkel. Weitermachen nach der Mode. Museum Angewandte Kunst. Frankfurt

Draußen im Dunkel ist eine Ausstellung, die sich an der Beantwortung der Frage WAS MODE JETZT IST versucht. Der Besucher wird sich in einer vielschichtigen, multimedialen In­stallation verlaufen, erspüren und wiederfinden. Und letztlich wird er auch erahnen, dass es keine greifbare Antwort auf die eingangs gestellte Frage geben kann, weil Mode sehr viel mehr ist, als bloß ein bestimm­ter Schnitt, eine Farbe oder eine gewisse Rocklänge, die sich in Hochglanzmagazinen als Must-Haves der kommenden Saison abbilden lassen. Die Versuchsanordnung beginnt in der Frankfurter Ausstellung mit der Vorstellung einer Zeit, die gemein­hin als Geburtsstunde der Anti-Mode bezeichnet wird.

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In den 90er Jahren definierten junge Designer wie Ann Demeulemeester, Martin Margiela, Alexander McQueen und Helmut Lang oder Yohji Yamamoto und Rei Kawakubo eine Mode nach der Mode. Ihre Visionen brachen mit der bunten Welt der 80er Jahre, mit ihren Powerfrauen und dicken Schulterpolstern, dem Glamour und dem Überfluss, indem sie nicht länger die Ausstattung für diesen Lebensstil bereitstellten, sondern begannen, mit dessen Schattenseiten zu ar­beiten und daraus ihre je eigene Ästhetik entwickelten. Dem luxusgewohnten Modepublikum wurden zu­vor nie gesehene Kreationen präsentiert, die später unter Begriffen wie Heroin- oder Hiroshima-Chic, Grun­ge, Dokonstruktivismus oder Minimalismus in die Modegeschichte eingingen. Diese Vorstellungen von einer zeitgemäßen Mode wurden für zahlreiche Designer der folgenden Generati­on zum Gradmesser für eigene Entwürfe. Längst ging es nicht mehr darum, den (post)modernen Menschen zu kleiden, sondern vielmehr um die Infragestellung allgemeingültiger Lebenskonzepte. Ohne selbst Teil ei­nes theoretischen Diskurses zu werden, begannen diese Designer, bei sich selbst anzusetzen. Statt an einer allgemeinen Idee des Lebens zu arbeiten, erforschten sie die Idee ihres eigenen Lebens. In der Abkehr von den großen Utopien der Post/Moderne wählten sie den Rückzug, den Weg der Kontemplation und Melan­cholie, auf der Suche nach einem eigenen Kern, den es zu kleiden galt.

Mit: Leandro Cano, Garland Coo, Ann Demeulemeester, Barbara i Gongini, Erik Madigan Heck, JULIAHEUSE, Helmut Lang, Maison Martin Margiela, Alexander McQueen, Rodarte, Boris Bidjan Saberi, Augustin Teboul und Yohji Yamamoto.

12. Juni 2013 – 05. Januar 2014
Museum Angewandte Kunst, Frankfurt/Main

Kuratiert von Mahret Ifeoma Kupka und Matthias Wagner K
Ausstellungsdesign: Zana Bosnjak

Weitere Informationen und Ausstellungsansichten hier.

Zur Ausstellung ist eine Broschüre erschienen, die zum einen den theoretischen Hintergrund der Ausstellung beleuchtet, zum anderen Informationen zu den ausgestellten Designern liefert. Sie kann hier als pdf heruntergeladen werden.